Das Kommando "NEIN"


Eines der wichtigsten Kommandos das Ihr Hund möglichst früh lernen sollte ist das "NEIN". Dies ist nicht nur für das Familienleben wichtig, es kann auch das Leben Ihres Hundes in einer bedrohlichen Situation retten. Der Befehl ist auch hilfreich wenn Sie ein negatives Verhalten, wie z.B. das Anknabbern von Stuhlbeinen, in ein positives Verhalten, wie etwa das Kauen auf einem Spielzeug, umlenken wollen.

Wie unterrichten Sie den Befehl "NEIN"? Beginnen Sie zuhause mit Halsband und Leine. Konzentrieren und beschränken Sie sich und auf ein einzelnes Verhalten, das Sie stoppen möchten. Angenommen Ihr Hund stiehlt Lebensmittel vom Küchentisch - etwas was viele Toller sehr gerne machen. Nehmen Sie den Hund an die Leine und gehen Sie mit ihm zum Tisch, auf den Sie kleine Stückchen Nahrung gelegt haben. Wenn er versucht die Stücke zu nehmen sagen sie deutlich und bestimmt "NEIN", aber schreien sie den Hund dabei nicht an und sagen sie sonst nichts. Unterstützen Sie das mit einer leichten Leinenkorrektur. Reißen oder Rucken Sie aber keinesfalls an der Leine an. Geben Sie nur einen leichten Zug auf die Leine, so dass der Hund nicht an die Nahrungsstücke ran kommt. Gehen Sie mit ihm sofort weg vom Tisch und geben Sie ihm ein Spielzeug oder besser einen Kauknochen und loben Sie ihn.
Wiederholen Sie nun die Übung einige Male und erlauben Sie ihm die Nahrung vom Tisch zu nehmen. Es geht in dieser Anfangsphase der Übung darum, ihm das Kommando "Nein" beizubringen, noch nicht darum, dass er generell nichts vom Tisch nehmen darf.

Beim nächsten Schritt gehen Sie mit ihm zum Tisch und sagen "NEIN", bevor er die Nahrung erreicht und unterstützen sie das mit einer geringfügigen Leinekorrektur und gehen wieder mit ihm vom Tisch weg.. Loben Sie ihn überschwänglich dafür, dass er die Nahrung nicht genommen hat. Geben Sie ihm nun etwas, das er haben kann. Wiederholen Sie dies einige Male, bis er selbständig stoppt, wenn Sie "NEIN" sagen, ohne die Leinenkorrektur zu verwenden.

Wenn Sie z.B. Mühe mit Ihrem Hund haben, der Ihre Möbel ankaut, versuchen sie ihn mit dem Kommando "NEIN" auf etwas anderes "umzulenken", das er anknabbern darf.. Versorgen Sie sich mit einigen verschiedenen Kaukochen oder Kauspielzeug, das ihr Hund gerne hat. Probieren Sie das vorher aus. Es kann sein, dass sie etwas experimentieren müssen, um das Spielzeug zu finden, das er wirklich genießt. Wenn sich ihr Hund anschickt am Stuhlbein zu knabbern gehen sie zu ihm, fassen mit zwei Fingern unter sein Halsband und Sagen Sie deutlich und bestimmt "NEIN", aber schreien sie den Hund dabei nicht an und sagen sie sonst nichts. Gleichzeitig führen Sie ihn vom Tisch weg und geben Sie ihm sein Spielzeug. Sagen sie dazu etwas wie "das ist deines". Sagen Sie das ganz freundlich und loben sie denn Hund heftig, wenn er das Spielzeug oder den Kauknochen annimmt. Verwenden Sie eine hohe Stimmlage, wenn Sie loben wollen, eine tiefe, wenn sie Missfallen ausdrücken wollen.

Nun können Sie das Kommando auch für andere Dinge einsetzen. Unterstützen Sie das anfangs eventuell mit einem leichten Leinenruck. Achten Sie aber darauf, dass es wirklich nur ein leichter Ruck ist. Der Ruck soll das Kommando nur unterstützen, nicht dem Hund Schmerzen zufügen. Loben Sie den Hund für jeden noch so kleinen Erfolg überschwänglich.

Autor: Hans-Werner Franz