Impfungen: Impfprotokoll von W.Jean Dodds

 

 

Dr.Jean Dodds ist eine weltweit führende Autorität auf dem Gebiet der Schilddrüsen- und Autoimmunerkrankungen. Sie ist häufig Rednerin bei internationalen Kongressen, Autorin einer Vielzahl von Veröffentlichungen und hat viele Auszeichnungen erhalten.

Folgendes Impfprotokoll, das hier mit freundlicher Genehmigung der Autorin wiedergegeben wird, ist die Übersetzung eines im Internet erschienenen Artikels:

Überarbeitetes Impfprotokoll 2000/04
W. Jean Dodds, DVM
HEMOPET
938 Stanford Street
Santa Monica, CA 90403
Tel. #310-828-4804
Fax #310-828-8251


Zur Beachtung: Dieses Schema ist dasjenige, welches ich empfehle und es sollte nicht so interpretiert werden, dass andere Protokolle, die von einem Tierarzt empfohlen werden, weniger zufriedenstellend sind. Es ist eine Sache des professionellen Urteils und der Wahl.

Für Züchter von Zuchtlinien, die empfänglich für oder erkrankt sind an Fehlfunktionen des Immunsystems, immunvermittelten Krankheiten, unerwünschten Immunreaktionen nach Impfungen oder endokrinen Autoimmunkranheiten (z.B. Thyroiditis, Addison- oder Cushing-Krankheit, Diabetes, etc.) sind, wird das folgende Schema empfohlen:

 

Alter des Welpen Impfmittel
9 Wochen nur MLV Staupe/Parvovirus
12 Wochen nur MLV Staupe/Parvovirus
16-20 Wochen nur MLV Staupe/Parvovirus
24 Wochen oder älter inaktivierte Tollwutimpfung (wenn vom Gesetz erlaubt)
1 Jahr MLV Staupe/Parvovirus-Auffrischimpfung
1 Jahr inaktivierte Tollwutimpfung (im Abstand von 3-4 Wochen zur Staupe/Parvo-Auffrischimpfung)

*Während Parvoviroseepidemien oder bei hoch empfänglichen Rassen wie Rottweilern sind neuere modifiziete Lebendimpfstoffe (MLV) ratsam, die für eine bessere Immunität sorgen und die maternale Immunität überwinden.

Mit 1 Jahr erfolgt eine Impfauffrischung mit Staupe + Hepatitis + Parainfluenza + abgetötete oder MLV Parvovirusimpfung. Danach werden Impfauffrischungen alle 3 Jahre bis ins höhere Alter gegeben. Über einem Alter von 10 Jahren sind Auffrischimpfungen im allgemeinen nicht nötig und unter Umständen nicht ratsam, wenn Alterserscheinungen oder andere Krankheiten vorhanden sind. Für Tiere mit einem hohen Infektionsrisiko für Parvovirose kann mit 6 Monaten eine zusätzliche Parvoviroseimpfung erfolgen, wenn inaktivierter Parvoviroseimpfstoff verwendet wird. Diese zusätzliche Auffrischung ist nicht typischerweise nötig, wenn MLV verwendet wird.

Ich wende bei erwachsenen Tieren ausschließlich alle 3 Jahre eine Tollwutimpfung an und verabreiche sie getrennt von anderen Impfungen mit mindestens 2, besser 3-4 Wochen Abstand. Mit 1 Jahr ist normalerweise eine Auffrischung nötig, danach alle 3 Jahre.

Ich verabreiche keine Bordetella-, Coronavirus, Leptospirose- or Borrelioseimpfung außer diese Krankheiten sind endemisch in dem jeweiligen Gebiet oder dem Zwinger. Darüberhinaus enthalten die zur Zeit zugelassenen Leptospiroseimpfstoffe nicht den Serovar, der heutzutage die Mehrheit der klinischen Leptospirosefälle verursacht.

Ich empfehle, Hündinnen nicht während Läufigkeit, Trächtigkeit oder Laktation zu impfen.

Ich empfehle, dass die Staupe-Masernimpfung zwischen 6-8 Wochen ohne Hepatitis gegeben wird, da von einer Suppression der Lymphozytenreaktivität berichtet wird, die durch polyvalente Staupe- und Adenovirusimpfungen hervorgerufen werden (Phillips et at., Van J Vet Res 1989; 53: 154-160).

Bei Tieren, bei denen es zuvor schon zu Gegenreaktionen auf Impfungen kam oder bei Rassen mit einem höheren Risiko dafür (z.B. Weimaraner, Akita, American Eskimo, Dän. Doge), sollten Alternativen zu den Auffrischimpfungen in Erwägung gezogen werden. Dies beinhaltet das Vermeiden von Auffrischimpfungen mit Ausnahme von Tollwut, soweit dies vom Gestz verlangt wird, jährliches Bestimmen der Impftiters gegen spezifische Infektionskrankheiten beim Hund, wie Staupe und Parvovirose und der Einsatz von homöopathischen Nosoden. [Diese letzte Option wird als eine unkonventionelle Behandlungsweise betrachtet und die Wirksamkeit gilt als nicht wissenschaftlich erwiesen. Bei einer kontrollierten Parvovirus-Nosodenstudie wurden Welpen unter balastenden Bedingungen nicht ausreichend geschützt. Trotzdem unterstützen Daten aus Europa und klinische Versuche in Nordamerika deren Anwendung.]

 

Übersetzung: Silke Sandberg

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