Impfungen: Artikel von W.Jean Dodds

 

Dr.Jean Dodds ist eine weltweit führende Autorität auf dem Gebiet der Schilddrüsen- und Autoimmunerkrankungen. Sie ist häufig Rednerin bei internationalen Kongressen, Autorin einer Vielzahl von Veröffentlichungen und hat viele Auszeichnungen erhalten.

Folgendes ist eine mit freundlicher Genehmigung der Autorin wiedergegebene Übersetzung eines Artikels, der im Internet erschien:

Das Immunsystem und die Resistenz gegen Krankheiten

W. Jean Dodds, DVM*
*Hemopet
938 Stanford Street, Santa Monica, California 90403


In diesem Artikel wird die essentielle Aufgabe des Immunsystems diskutiert, die es in der Erhaltung des allgemeinen Gesundheitszustandes des Körpers und der Resistenz gegen Krankheiten spielt. Hauptthema sind umweltbedingte Faktoren und Ereignisse, die unter Umständen eine Fehlfunktion des Immunsystems verursachen oder auslösen können und somit entweder zu einer verminderten oder erhöhten (reaktiv oder autoimmun) Immunantwort führen.

Überblick über das Immunsystem

Die Immunabwehr wird durch zwei Zellsysteme verursacht und aufrechterhalten, an denen Lymphozyten beteiligt sind. Lymphozyten sind Zellen, die von den primären (Knochenmark und Thymus) und sekundären (Lymphknoten und Milz) lymphatischen Organen produziert werden. Sie sind Abkömmlinge von Stammzellen des Knochenmarks und bringen sowohl die von den B-Lympozyten gebildete (bursaabhängig oder vom Knochenmark gebildet) zirkulierende oder humorale Immunität als auch die zelluläre oder zellvermittelte Immunität hervor, die von den T-Zellen ausgeht (Thymus abhängig).

B-Lymphozyten-Immunität

Die durch B-Lymphozyten vermittelte Immunität beinhaltet zirkulierende Antikörper oder Immunglobuline wie IgG, IgM, IgA, IgD und IgE. Diese Antikörper bilden einen wichtigen Verteidigungsmechanismus gegen Krankheiten eines gesunden Individuums, können aber bei einer Vielzahl von Krankheiten übermäßig oder zu wenig aktiv werden. Übermäßig aktive Immunglobuline oder erhöhte Werte davon können auf zwei Arten zustande kommen: akut, als eine Reaktion auf eine Krankheit oder einen entzündlichen Prozess (‚akute Phase'-Reaktion) oder chronisch wie z.B. bei Autoimmun- oder immunvermittelten Erkrankungen, chronischen Entzündungen und bestimmte Typen von Knochenmarks- und Organkrebs. Zu wenig aktive Immunglobuline oder erniedrigte Werte können aus seltenen, genetisch bedingten Krankheiten des Immunsystems, wie der Gammaglobulin-Mangelkrankheit oder der Hypogammaglobulinämie, und aus einer Immunsuppression resultieren, die mit chronischen viralen, bakteriellen oder parasitären Infektionen, Krebs, Alter, falscher Ernährung, Medikamente, Toxinen, Schwangerschaft, Laktation und Stress einhergehen.


T-Zellen-Immunität

T-Zellen- oder zellvermittelte Immunität ist der zellulare Mechanismus, bei dem T-Zellen als Koordinatoren und Auslöser des Immunsystems agieren. An der zellvermittelten Immunität sind Lymphknoten, Thymus, Milz, Eingeweide, Mandeln und die Immunität durch Drüsensekretion, die durch IgA vermittelt wird, beteiligt. Die Hauptgruppen der T-Zellen sind T-Helferzellen, zytotoxische T-Zellen und Suppressorzellen. Die T-Helferzellen ‚helfen' bei der Koordination der Immunantwort, wohingegen zytotoxische Zellen ein Netzwerk von Effektorzellen bilden, das daran beteiligt ist, von Viren infizierte Zellen aus dem Körper zu entfernen. Die dritte Klasse, die sog. Suppressorzellen, ist wichtig bei der Eindämmung der Immunantwort, falls sie übermäßig oder unkontrolliert wird. Außerdem ist die Kooperation zwischen den unterschiedlichen Klassen von T-Zellen und zwischen T- und B-Zellen eine wichtige Komponente der normalen humoralen und zellvermittelten Immunantwort. Überaktive zelluläre Immunantworten verursachen Autoimmunkrankheiten und andere Erkrankungen des Immunsystems, wohingegen eine zu geringe zellvermittelte Immunität Immunsuppression und Unfähigkeit verursacht. Typische Beispiele dafür sind Infektionen mit Retroviren wie AIDS oder dessen Äquivalente bei Tieren (z.B. Katzen-AIDS-Virus, Katzenleukämie-Virus, Rinderleukämie-Virus und das Virus der infektiösen Anämie des Pferdes).


Einführung in Autoimmunerkrankungen

Der Ausdruck ‚Autoimmunität' bedeutet wörtlich Immunität gegen sich selbst und wird durch eine Reaktion des Immunsystems auf körpereigene Antigene verursacht (d.h. ein Versagen der Selbsttoleranz). Die Empfindlichkeit gegenüber Autoimmunerkrankungen hat bei Menschen und Tieren eine genetische Basis. Zahlreiche Viren, Bakterien, Chemikalien, Toxine und Medikamente wurden bei empfänglichen Individuen zu den auslösenden Umweltfaktoren gezählt. Dieser Mechanismus funktioniert über einen unspezifischen Entzündungsprozess und/oder molekulare Mimikry. Die daraus resultierenden Autoimmunerkrankungen spiegeln die Summe der daran beteiligten genetischen und umweltbedingten Faktoren wider. Autoimmunität wird am häufigsten durch T-Zellen oder deren Fehlfunktion vermittelt. Wie ich schon in einer neueren Veröffentlichung angemerkt habe, ‚ist vielleicht die größte Herausforderung der Zukunft die Erforschung der Umwelteinflüsse, die die Selbstreaktivität auslösen' (Sinha, Lopes and McDevitt, Science, 248:1380, 1990). In Tabelle 1 sind die Faktoren aufgelistet, die üblicherweise mit Autoimmunerkrankungen in Zusammenhang stehen.
Die vier hauptsächlichen Auslöser für Autoimmunerkrankungen sind: Genetische Disposition, hormonelle Einflüsse insbesondere der Geschlechthormone, Infektionen besonders durch Viren und Stress.

Die Immunantwort unterdrückende Viren

Die Immunantwort unterdrückende Viren der Retrovirus- und Parvovirus-Klasse wurden neuerdings als Ursache nachgewiesen für Knochenmarkversagen, immunvermittelte Blutkrankheiten, Blutkrebs (Lymphome und Leukämien), Fehlregulierungen der humoralen und zellvermittelten Immunität, Organversagen (Leber, Niere) und autoimmunbedingte Fehlfunktionen der endokrinen Drüsen, besonders der Schilddrüse (Thyroiditis), der Nebennierenrinde (Addison-Krankheit) und des Pankreas (Diabetes).
Viruserkrankungen und kürzliche Impfungen mit einzelnen oder mit einer Kombination modifizierter Lebendimpfstoffe, insbesondere jener, die Staupe-, Adenoviren 1 oder 2 und Parvoviren enthalten, werden in steigender Zahl als Beteiligte an der Entstehung von immunvermittelte Blutkrankheiten, Knochemarksversagen und Organfehlfunktionen erkannt. Genetische Dispositionen für diese Krankheiten wurden beim Menschen in Verbindung gebracht mit dem Genlocus für das Leukozyten-Antigen D des Histokompatibilitätshauptkomplexes und es ist wahrscheinlich, dass es bei Tieren parallele Verbindungen gibt. Medikamente, die man mit sich verschlimmernden Immun- und Blutkrankheiten assoziiert, beinhalten starke Sulfonamide (Trimethoprim-sulfa- und Ormetoprim-sulfa-Antibiotika), die monatlich angewandten Medikamente gegen Herzwurmbefall oder deren neuere Kombipräparate und Antiepileptika. Allerdings besitzt jedes Medikament das Potential, Nebenwirkungen in empfänglichen Individuen zu verursachen.

Immunmangelkrankheiten

Immunmangelkrankheiten beinhalten eine Gruppe von Krankheiten, bei denen die normale Verteidigung gegen eine Krankheit beeinträchtig ist. Diese schließen die Zerstörung der mechanischen Barriere des Körpers gegen Eindringlinge (d.h. normale Bakterienflora, Auge und Haut, Flimmerepithel des Respirationstraktes), Defekte der unspezifischen Immunabwehr (Komplementdefekte, funktionelle Störungen der weißen Blutkörperchen), Defekte der spezifischen Immunabwehr (durch pathogene Bakterien, Viren oder Parasiten bedingte Immunsuppression; kombinierter Immundefekt, IgA-Mangel, Mangel an Wachstumshormon) ein.


Schilddrüsenerkrankung und das Immunsystem

Die Fehlfunktion der Schilddrüse ist bei Hunden die am häufigsten diagnostizierte Drüsenerkrankung. Die geläufigste Form der Schilddrüsenerkrankungen beim Hund ist die Autoimmunthyreoiditis (Äquivalent zur Hashimoto-Thyreoiditis beim Menschen), die eine familiäre Autoimmunerkrankung mit erblicher Disposition ist. Da die Schilddrüse den Stoffwechsel aller zellulären Körperfunktionen reguliert, kann es durch eine Verminderung der Schilddrüsenfunktion, die zur Hypothyreose führt, zu einem weiten Spektrum an klinischen Symptomen kommen (Tabelle 2). Weil so viele der klinischen Symptome einer Schilddrüsenfehlfunktion Symptomen anderen Ursprungs ähneln, ist es schwierig eine genaue Diagnose der Schilddrüsenerkrankung ohne entsprechende tiermedizinische Laboruntersuchungen in Kombination mit einer Interpretation der Testergebnisse durch erfahrenes Personal zu stellen. Spezielle Details über die exakte Diagnose von Schilddrüsenerkrankungen können in den Literaturangaben am Ende des Artikel gefunden werden.

Genetisches Screening nach Schilddrüsenerkrankungen

Eine komplette Untersuchung der Schilddrüsenwerte und Schilddrüsen-Antikörper-Tests können für das genetische Screening von äußerlich gesunden Tieren verwendet werden, um deren Eignung in der Zucht zu bestimmen. Jeder Hund, in dem Schilddrüsen-Antikörper zirkulieren, kann unter Umständen klinische Symptome einer Schilddrüsenerkankung entwickeln oder empfänglich für andere Autoimmunerkrankungen sein, denn sein Immunsystem ist angegriffen. Deshalb kann die Untersuchung der Schilddrüsenwerte sehr wichtig bei der Selektion potentieller Zuchttiere sein.

Die Wahrscheinlichkeit ist gering, dass Schilddrüsentests für den Zweck des genetischen Screenings vor der Pubertät aussagekräftig sind. Deshalb wird der Test durchgeführt, sobald der gesunde Rüde oder die Hündin die sexuelle Reife erreicht hat (bei Rüden zwischen 10 und 14 Monaten und bei Hündinnen während dem Anöstrus, der der ersten Hitze folgt). Der Anöstrus ist eine Zeit, in der der Sexualzyklus der Hündin ruht und deshalb der Einfluss der Sexualhormone auf die Schilddrüsenwerte ausgeschlossen wird. Diese Zeit beginnt normalerweise 12 Wochen nach dem Einsetzen der letzten Hitze und dauert 1 Monat oder länger. Die Interpretation der Schilddrüsenwerte bei intakten Hündinnen ist aussagekräftiger, wenn sie während dem Anöstrus getestet werden. Deshalb ist es am besten, wenn Gesundheitstests 12-16 Wochen nach Einsetzen der letzen Hitze durchgeführt werden. Die Untersuchungen anderer Parameter bei intakten Hündinnen wie vWD, Hüftdysplasie, erblicher Augenkrankheiten, der Gesundheitszustandes oder der Geschlechtsorgane sollten genauso für den Anöstrus geplant werden.

Hat man erst einmal die grundsätzlichen Schilddrüsenwerte erhalten, sollten Rüden und Hündinnen einer jährlichen Untersuchung der Schilddrüsenwerte und des allgemeinen Gesundheitszustandes unterzogen werden. Jährliche Ergebnisse lassen Vergleiche zu, durch die früh eine sich entwickelnde Fehlfunktion der Schilddrüse entdeckt werden kann. Dies erlaubt eine Behandlung, wo sie angezeigt ist, die das Erscheinen oder das Fortschreiten klinischer Symptome, die eine Schilddrüsenunterfunktion begleiten. Für eine optimale Gesundheit sollten junge Hunde unter 15-18 Monaten Schilddrüsenwerte in der oberen Hälfte derer erwachsener Hunde haben. Der Grund dafür liegt darin, dass Welpen und Junghunde höhere Werte an Schilddrüsenhormonen benötigen, da sie noch wachsen und reifen. Dementsprechend haben ältere Tiere über 8 oder 9 Jahren einen langsameren Stoffwechsel und deshalb sind die Schilddrüsenwerte gesunder Hunde etwas unter dem Mittelwert. Für eine optimale Schilddrüsenfunktion der Zuchttiere sollten die Werte nahe am Mittelwert der normalen Laborwerte liegen, weil niedrigere Werte ein Hinweis auf leichte Stadien von Thyreoiditis innerhalb von Hundefamilien sein können, bei denen schon zuvor Schilddrüsenerkrankungen festgestellt wurden.

Die Schwierigkeit bei der frühzeitigen, exakten Diagnose von Schilddrüsenerkankungen ist in der Tatsache begründet, dass manche Patienten mit typischen klinischen Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion Schilddrüsenwerte im normalen Bereich aufweisen. Einer signifikanten Anzahl dieser Patienten geht es besser, wenn ihnen Schilddrüsenmedikamente verabreicht werden. In solchen Fällen können die Blutwerte der Hormone normal sein, aber die Werte im Zellgewebe sind zu ungenügend, um die Gesundheit zu erhalten und deshalb zeigt der Patient klinische Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion. Diese Situation steht in Zusammenhang mit Selenmangel (wird weiter unten besprochen). Obwohl die Tiere dieser Kategorie normalerweise gut auf die Gabe von Schilddrüsenmedikamenten ansprechen, wird wohl nur der erfahrene Kliniker die Notwendigkeit erkennen, solche Hunde einem 6-8wöchigen Versuch der Gabe von Schilddrüsenhormonen auszusetzen. Dieser Ansatz ist sicher und klinisch angemessen, aber es ist notwendig, dass die Blutwerte der Schilddrüsenhormone am Ende der 6-8 Wochen erneut untersucht werden, um sicher zu gehen, dass der Patient die richtige Medikamentendosis erhält.


Andere Faktoren, die den Stoffwechsel der Schilddrüse beeinflussen

Weil Tiere mit einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse ein allgemeines Ungleichgewicht des Stoffwechsels und oft damit verbunden immunologische Fehlfunktionen aufweisen, ist es ratsam, ihre Belastung durch unnötige Medikamente, Toxine und Chemikalien zu minimieren und ihren Ernährungszustand durch eine gesunde, ausgewogene Ernährung zu optimieren. Eine gesunde Ernährung ist der Schlüssel für die Gesunderhaltung des Immunsystems. Nach unserer Erfahrung zeigen Hundefamilien, die empfänglich für Schilddrüsen- und andere Autoimmunerkrankungen sind, eine allgemeine Verbesserung der Gesundheit und Vitalität, wenn sie mit Premiumfutter gefüttert werden, das auf natürliche Weise mit Vitaminen E und C konserviert wurden (ohne den Zusatz von künstlichen Antioxidantien wie BHA, BHT oder Ethoxiquin). Frische, selbst zubereitete Gemüse mit Kräutern, Milchprodukte mit niedrigem Fettgehalt, Fleisch wie Lamm-, Hühner- und Putenfleisch können als Ergänzung gefüttert werden. Eine Belastung des Immunsystems von Tieren, die empfänglich für diese Krankheiten sind, durch polyvalente, modifizierte Lebendimpfstoffe wurde in manchen Fällen in Verbindung mit unerwünschten Nebenwirkungen gefunden (siehe unten). In Tabelle 1 sind Wirkstoffe aufgeführt, die bei empfänglichen oder erkrankten Tieren vermieden werden sollten.

Die Ernährung kann tiefgreifende Wirkungen auf den Stoffwechsel der Schilddrüse haben. Z.B. beeinträchtig Jodmangel in den Gebieten, wo das Getreide auf jodarmen Böden angebaut wird, den Stoffwechsel der Schilddrüse, weil dieses Mineral notwendig ist bei der Bildung von Schilddrüsenhormonen. Kürzlich konnte ein Zusammenhang zwischen Selenmangel und Schilddrüsenerkrankungen nachgewiesen werden. Wiederum wird Getreide, das auf selenarmen Böden angebaut wurde, relativ geringe Mengen an Selen enthalten. Auch wenn die kommerziellen Futtermittelhersteller dieses Schwankungen der Futterhauptbestandteile durch die Zugabe von Vitaminen und mineralischen Zusatzstoffen ausgleichen, ist es schwierig die optimalen Gehalte für so viele unterschiedliche Rassen von Hunden fest zu stellen, da sie alle einen unterschiedlichen genetischen Hintergrund und Stoffwechselbedürfnisse besitzen. Der Zusammenhang zwischen Selen und Schilddrüse hat eine signifikante klinische Bedeutung, da die Blutwerte von totalem und freiem T4 in Abhängigkeit vom Selenmangel ansteigen. Allerdings wirkt sich das nicht auf das Körpergewebe aus, da nachgewiesen wurde, dass die Blutwerte an Thyreotropin (TSH=thyroid stimulating hormone) ebenso erhöht oder unverändert sind. Deshalb könnten Individuen mit einem Selenmangel, die klinische Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion zeigen, deshalb übersehen werden, weil deren T4-Werte normal erscheinen. Das Thema ‚Selen' wird dadurch weiter kompliziert, weil chemische Antioxidantien die Verfügbarkeit von Vitamin A, Vitamin E und Selen beeinträchtigen können und den Zellstoffwechsel verändern, indem die Cytochrom p-450, die Glutathionperoxidase (ein Selen abhängiges Enzym) und Prostaglandinwerte induzieren oder verringern. Nachdem in den späten 1980ern die Hersteller von vielen Premiumfuttersorten mit dem Zusatz von synthetischen Antioxidantien und Ethoxiquin begannen, werden deren Auswirkungen, zusammen mit denen von anderen chemischen Konservierungsstoffen (BHA, BHT), auf lange Sicht sicherlich schädlich sein. Dies Problem lässt sich durch den Einsatz von Futter vermeiden, das mit natürlichen Antioxidantien wie Vitamin A und Vitamin C konserviert wird.


Wirkungen von Impfungen auf das Immunsystem

Die Kombination von viralen Antigenen, insbesondere modifizierte Lebendvirusimpfstoffe (MLV), die sich im Wirt vermehren, bringen beim Tier eine stärkere Antigenreaktion hervor. Das wird häufig als wünschenswert betrachtet, weil ein wirkungsvolleres Antigen vermutlich eine effektivere und verlängerte Immunantwort auslöst. Allerdings kann ein immunsupprimierter oder sogar ein gesunder Wirt davon überfordert sein, wenn er kontinuierlich mit anderen Umweltreizen bombardiert wird und eine entsprechende genetische Disposition hat, die eine entgegen gesetzte Reaktion auf die virale Herausforderung hervorbringt. Dieses Szenario hat möglicherweise eine deutliche Auswirkung bei einem erst kurz entwöhnten Welpen, der in eine neue Umgebung gebracht wird. Darüber hinaus empfehlen manche Tierärzte wöchentliche Impfungen in stressreichen Situationen, obwohl der übliche Abstand von Impfungen 2-3 Wochen beträgt. Für mich macht das vom wissenschaftlichen und medizinischen Aspekt aus gesehen keinen Sinn. Wenn auch Welpen, die in dieser Häufigkeit Impfstoffantigenen ausgesetzt sind, möglicherweise keine auffälligen Gegenreaktionen zeigen, wird ihr relativ unreifes Immunsystem unter Umständen zeitweise oder auf Dauer durch eine solche Konfrontation mit Antigenen geschädigt. Die Folgen im späteren Leben wären eine erhöhte Empfänglichkeit für chronisch fortschreitende Krankheiten. Manche Tierärzte führen die zunehmenden Probleme mit Allergien und Krankheiten des Immunsystems auf die Einführung von MLV-Impfstoffen vor 20 Jahren zurück. Wenn auch andere Umwelteinflüsse zweifellos ihren Teil dazu beitragen, kann die Einführung dieser Impfstoffantigene und ihre Verbreitung in der Umwelt der entscheidende letzte Auslöser sein, der die immunologische Toleranzgrenze mancher Individuen der Haustierpopulation überschreitet (Abb.1).


Dosierung der Impfstoffe

Hersteller von MLV Mehrfachimpfstoffen empfehlen die Verwendung derselben Dosis für Tiere jeden Alters und unterschiedlicher Größe. Es machte noch nie Sinn, Welpen von Zwerg- und Riesenrassen (um zwei Extreme zu wählen) mit derselben Dosierung an Impfstoff zu impfen. Während diese Produkte einen ausreichenden Überschuss an Antigenen für ein durchschnittlich großes Tier enthalten, ist das für Zwergrassen wahrscheinlich zu viel und für Riesenrassen zu wenig. Außerdem zeigte sich, dass die Kombination bestimmter spezifischer Antigene wie Staupe mit Adenovirus 2 (Hepatitis) das Immunsystem dahingehend beeinflusst, dass die Anzahl und die Reaktivität der Lymphozyten verringert wird.


Der Hormonstatus während der Impfung

Verhältnismäßig wenig Aufmerksamkeit wurde dem Hormonstatus des Patienten zur Zeit der Impfung geschenkt. Wenn auch Tierärzte und Impfstoffhersteller sich der allgemeinen Regel bewusst sind, Tiere nicht in Krankheitszeiten zu impfen, sollte dasselbe Prinzip auch auf Zeiten physiologischer hormoneller Veränderungen anwenden. Das ist insbesondere wichtig, weil man weiß, dass hormonelle Veränderungen allein oder zusammen mit Infektionen Autoimmunerkrankungen auslösen können. Deshalb ist es unklug, Tiere zu Beginn, während oder direkt nach der Läufigkeit zu impfen, ebenso wie während Trächtigkeit und Laktation. In letzterer Situation können unerwünschte Auswirkungen nicht nur die Mutterhündin betreffen, sondern durch ausgeschiedene Impfstoffviren den ganzen Wurf. Man kann sich sogar die Frage stellen, ob es klug ist, MLV Impfstoffe an einem erwachsenen Tier desselben Haushaltes anzuwenden, da dadurch die Mutter und ihr Wurf ausgeschiedenen Viren ausgesetzt sind. In neueren Untersuchungen zur Impfung von Vieh mit MLV Viren zeigte sich, dass es zu nekrotischen Veränderungen an den Eierstöcken von Färsen kam, wenn sie während des Östrus geimpft wurden. Die Viren des Impfstoffes konnte auch von Kontrollkühen isoliert werden, die offensichtlich dadurch infiziert wurden, dass sie sich dieselbe Weide teilten. Außerdem ist bekannt, dass es bei diesem Impfvirenstamm in Anschluss an Impfprogrammen zu Aborten und Unfruchtbarkeit kommt. Überträgt man diese Erkenntnisse von Rindern auf den Hund, sind die Schlussfolgerungen offensichtlich.


Inaktivierte gegen modifizierte Lebendimpfstoffe

Die meisten Einfach- oder Mehrfachimpfstoffe für Hunde sind heutzutage modifizierte Lebendimpfstoffe. Das basiert hauptsächlich auf ökonomischen Gründen und dem Glauben, dass sie einen verbesserten Schutz bewirken. Es bleibt jedoch die Frage offen, wie es um den Vergleich von Sicherheit und Effizienz zwischen Lebendimpfstoffen und abgetöteten Virusimpfstoffen bestellt ist. Eine neuere Untersuchung kam zu dem Schluss, dass Lebendimpfstoffe wesentlich gefährlicher sind als inaktivierte Produkte. Die zurückbleibende Virulenz und die Kontaminierung der Umwelt durch das Ausscheiden des Impfvirus sind ein ernstes Problem. Und was noch wichtiger ist, die Möglichkeit, dass daraus neue infektiöse Keime entstehen und sich ausbreiten, bedeutet eine Bedrohung sowohl für Haus- als auch Wildtiere. Kontroverse Standpunkte im Abwägen von Nutzen und Risiken von Lebendimpfstoffen gegenüber abgetöteten Impfstoffen bauen sich auf. Die Impfstoffhersteller versuchen eine minimale Virulenz (Ansteckung) bei gleichzeitiger maximaler Immunisierung (Schutz) zu erreichen. Dieses erwünschte Gleichgewicht lässt sich vielleicht recht einfach bei klinisch normalen, gesunden Tieren erreichen, ist aber unter Umständen bei jenen mit einem auch nur geringen immunologischen Defekt problematisch. Der Stress, der mit der Entwöhnung, mit Transport, Chirurgie, mit leichten Erkrankungen mit nur schwer fassbaren Symptomen und einem neuen Heim verbunden ist, kann auch die immunologischen Funktionen bloßstellen. Darüberhinaus verursachen gewöhnliche virale Infekte bei Hunden eine signifikante Immunsuppression. Hunde, die eine latente Virusinfektion in sich tragen, sind möglicherweise nicht in der Lage, mit der zusätzlichen Herausforderung des Immunsystems durch Lebendimpfstoffe klar zu kommen. Die Zunahme von Staupe- und Parvoviroseerkrankungen, die im Zusammenhang mit Impfungen stehen, sind nur zwei Beispiele für dieses Potential. So - warum nur verursachen wir Krankheiten, indem wir durch die häufige Anwendung von kombinierten Impfstoffen das Immunsystem schwächen? Eigentlich sind doch alle Impfungen dazu gedacht, vor Krankheiten zu schützen. Es ist unter Experten wohlbekannt, dass ein sorgfältig entwickelter, abgetöteter Impfstoff immer einem Lebendimpfstoff vorzuziehen ist. Abgetötete Impfstoffe vermehren sich nicht im geimpften Tier, sie beinhalten nicht das Risiko dauerhafter Virulenz und sie verbreiten keine abgeschwächten Viren in die Umwelt. Auf der anderen Seite sind Lebendimpfstoffe in der Lage, eine länger anhaltende Schutzwirkung anzuregen. Wie wird also die Zukunft aussehen? Tierärzte, Wissenschaftler, Züchter und Besitzer müssen ihrer Besorgnis Ausdruck verleihen und sich unzufrieden mit der gegenwärtigen industriellen Impfpraxis zeigen. Wir müssen die Hersteller dazu bewegen nach Alternativen zu suchen. Auch wenn es sich gezeigt hat, dass abgetötete Impfstoffe etwas weniger effektiv sind (sie bewirken einen geringeren oder kürzer anhaltenden Schutz) als Lebendimpfstoffe, so sind sie doch sicherer. Alle abgetöteten Impfstoffe, die heute auf dem Markt sind, müssen aktuellen Standards in Bezug auf Effizienz und Sicherheit entsprechen, um von der USDA zugelassen u werden. Die Frage ist, an welchem Punkt eine höhere Effizienz den Nutzen oder das Risiko erhöht. Die Zukunft wird neue Ansätze bei den Impfungen hervorbringen, wie Impfstoffe aus Untereinheiten, rekombinante Impfungen, die mit Hilfe der DNA-Technologie entwickelt wurde, und abgetötete Impfstoffe mit neuen Hilfsstoffen zur Auffrischung und Verlängerung des Schutzes. Dies sind jedoch keine einfachen Lösungen, denn erste Daten über rekombinante Impfstoffe gegen manche Menschen- und Mäuseviren zeigten, dass sie die potentiell gefährliche Nebenwirkung haben, T-Lymphozyten zu schädigen. Der genetische Hintergrund des Wirtes, Zeit und Dosis der Infektion und die Beschaffenheit des Impfstoffes erwiesen sich als weitere Faktoren, die eine Rolle spielten. Wir sind offensichtlich noch ein gutes Stück davon entfernt, eine neue Generation von verbesserten und sicheren Impfstoffen herzustellen. In der Zwischenzeit müssen wir zur Verwendung von abgetöteten Impfstoffen zurückkehren, wann immer sie verfügbar sind und sollten erwägen, unter risikoreichen Bedingungen diese öfter zu verabreichen(zweimal im Jahr anstatt einmal). Impfstoffe können unter bestimmten Bedingungen gefährlich oder auch unwirksam sein, auch wenn sie im allgemeinen notwendig, sicher und wirksam sind.


Krebs und Immunität

Eine geregelte Regulation von Zellaktivität und -stoffwechsel ist die Grundlage einer normalen Körperfunktion. Die Zellteilung ist ein Vorgang, der unter strenger Regulationskontrolle steht. Der grundlegende Unterschied zwischen normalen Zellen und Tumor- oder Krebszellen ist der Verlust der Wachstumskontrolle, die den Vorgang der Zellteilung reguliert. Dies kann das Ergebnis verschiedener Reize sein, wie die Exposition gegenüber bestimmten Chemikalien, virale Infekte und Mutationen, die zur Folge haben, dass Zellen der normalen Hemmung entgehen, die normalerweise die Zellteilung reguliert. Aus der Vermehrung von Zellen oder Zellgruppen in einer unkontrollierten Weise entsteht schließlich ein wachsender Tumor oder ein Neoplasma. Natürlich können Tumore sowohl gutartig (eine abgegrenzter Klumpen der sich nicht ausbreitet) als auch bösartig (Krebs) sein, wobei der Tumor wächst und über das Blut oder die Lymphe Metastasen an unterschiedlichen Stellen ausbildet.

Tumorzellen können auf ihrer Oberfläche eine Vielfalt von Eiweißen bilden, die ‚Neoantigene' genannt werden, und von denen sich viele von den Antigenen normaler Zellen unterscheiden. Diese neuen oder veränderten Eiweiße werden vom Immunsystem als fremd erkannt und lösen somit einen Angriff des Immunsystems aus. Von diesen gibt es eine große Anzahl und man weiß, dass sie tumorspezifische oder gewebespezifische Antigene sind, wohingegen andere das Blutgruppensystem, den Histokompatibilitätskomplex und Viren kennzeichnen. Die Situation bei Krebs ist komplex, denn Individuen mit einem schwachen Immunsystem werden nicht nur empfindlicher für die Auswirkungen krebserregender Viren und anderer chemischer Karzinogene, sondern der Krebs an sich wirkt immunsuppressiv. Die Art der Immunsuppression hängt vom Tumortyp ab. Z.B. lymphatische Tumore (Lymphome und Leukämien) neigen dazu, die Antikörperbildung zu unterdrücken, wohingegen Tumore, die ihren Ursprung in T-Zellen haben, die zellvermittelte Immunität unterdrücken. Die Anwesenheit von aktiv wachsenden Tumorzellen bedeutet für ein Lebewesen einen ernsthaften Verlust von Proteinen, was unter Umständen auch die Immunantwort schwächt. Im Serum betroffener Tiere gibt es blockierende Faktoren, was zu einer Steigerung des Tumorwachstums führen kann. Zusätzlich kann es aufgrund der Entwicklung von Suppressorzellen in Tieren mit Tumoren zu einer Immunsuppression kommen.

Der Körper besitzt auch eine Gruppe von Komplementärfaktoren, die eine schützende Wirkung gegen Tumore und andere immunologische oder entzündliche Belastungen aufweisen. Sie sind eine Mischung von Proteinen, die von T-Zellen gebildet und ‚Zytokine' genannt werden. Zu den Zytokinen zählen Interleukine, Interferone, Tumor-Nekrose-Faktoren und von den Lymphozyten gebildete Wachstumsfaktoren. Neuere Studien haben gezeigt, dass normale Zinkwerte wichtig sind, um den Körper gegen die schädliche Wirkung eines spezifischen Zytokins, des Tumor-Nekrose-Faktors (TNF), zu schützen. Es zeigte sich, dass ungenügende Zinkwerte die Wirkung von TNF verstärken, indem die normale endotheliale Barriere der Blutgefäße unterbrochen wird. Dies könnte eine signifikante Wirkung haben und so die Metastasierung von Tumorzellen an verschiedene Orte fördern, wodurch die Ausbreitung und das Wachstum bestimmter Krebsarten beschleunigt wird.

Gemäß herrschender Meinung haben 15% der Tumore beim Menschen eine virale Ursache oder Förderung. Viren verursachen auch bei Tieren eine Reihe von Tumoren und zweifellos wird die Anzahl der Viren, die daran beteiligt sind, in dem Maße ansteigen, wie sich die Techniken zu deren Isolierung verbessern. Beispiele dafür sind T-Zell-Leukämien bei Mensch und Tier, die mit Retrovirus-Infektionen in Zusammenhang gebracht werden. Bei derselben Klasse von Viren wurde eine Verbindung zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen und Immundefekten gefunden. Die aktuelle Isolierung eines Retrovirus aus einem Deutschen Schäferhund mit T-Zellleukämie verdeutlicht die mögliche Rolle, die diese bei der Entstehung von Leukämien und Lymphomen bei Hunden spielen.

Das zunehmende Vorkommen von Leukämien und Lymphomen bei Golden Retrievern und mehreren anderen Rassen ist ein typischer Fall. Dem vergleichbar gibt es eine zunehmende Bevorzugung von Hämangiosarkomen (bösartige Tumore des Endothels der Gefäße) vor allem in der Milz, aber auch im Herz, der Leber und der Haut. Sie kommen am häufigsten bei Hunden mittleren oder höheren Alters mittelgroßer oder großer Rassen vor. Der Deutsche Schäderhund ist die Rasse mit dem höchsten Risiko, aber auch andere Rassen, einschließlich Golden Retriever und Vizsla, zeigen eine signifikante Häufung von Fällen besonders in bestimmten Familien. Dieslässt vermuten, das genetische und umweltbedingte Faktoren eine Rolle spielen. Dies verleitet zu der Vermutung, dass Umweltfaktoren, die die Immunsuppression oder Fehlregulierung fördern, zum Versagen von Überlebensmechanismen des Immunsystems beitragen. Diese beschützen den Körper gegen Infektionen und Umweltstoffe, die die Krebsentstehung und geschwürige Veränderungen auslösen.


Ernährung und das Immunsystem

Wie oben angedeutet ist ein ausreichender Ernährungszustand sowohl für die Behandlung einer Vielzahl von ererbten oder anderer Stoffwechselerkrankungen als auch für ein gesundes Immunsystem wichtig. Ernährungsmanagement ist bei vererbten Störungen wichtig und Beispiele hierfür sind:
-bei Zwergschnauzern mit Kalziumoxalatsteinen in der Blase oder Niere Zusatzstoffe, die die Nahrung alkalischer machen
- der Einsatz von Vitamin A-Derivaten bei Cocker Spaniel und anderen Rassen mit idiopathischer Seborrhö der Haut
- Behandlung mit Medikamenten und Diät bei Krankheiten wie Diabetes mellitus und der Kupferspeicherkrankheit, die überwiegend bei den Rassen Bedlington Terrier, West Highland White Terrier und Dobermann vorkommt, und die Behandlung mit Vitamin B12 bei Riesenschnauzern.
Andere Ernährungseinflüsse umfassen den Vitamin K abhängigen Koagulationsdefekt bei der Devon Rex Katze nach Impfungen, Hüftdysplasie bei Welpen als Folge übermäßiger Kalorienzufuhr, Osteochondritis dissecans bei Hunden, die mit hohen Dosen Kalzium gefüttert wurden und zu hohe Cholesterinwerte bei Schlittenhunden, die mit Nahrung mit hohem Fettgehalt gefüttert wurden.

Ernährungsfaktoren, die eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielen, sind Zink, Selen, Vitamin E, Vitamin B6 (Pyridoxin) und Linolsäure. Ein Mangel dieser Verbindungen schwächen sowohl die humorale als auch die zellvermittelte Immunität. Der Bedarf an essentiellen Nährstoffen steigt während Zeiten schnellen Wachstums oder der Reproduktion und nimmt vielleicht auch bei alten Lebewesen zu, weil die Funktion des Immunsystems und die Aufnahme dieser Stoffe im allgemeinen im Alter abnimmt. Allerdings kann wie bei jedem Nahrungsmittel ein übermäßiger Zusatz zu deutlichen klinischen Problemen führen, von denen viele den jeweiligen Mangelzuständen ähneln. Der Zusatz von Vitaminen und Mineralien sollte immer dem Rat professioneller Ernährungsberater entsprechend gegeben und sollte nicht als Ersatz für qualitativ hochwertige frisches und/oder kommerzielles Hundefutter angesehen werden.

Literatur

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Tabelle 1: Faktoren, die in Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen stehen

Geschlecht (2:1 weibliche TIere)
Erhöhte Häufigkeit von genetisch bedingten oder familiären Vorgeschichten
Schwangerschaft: gehemmtes fetales Wachstum, angeborene Fehlbildungen
Stress: umweltbedingter, emotionaler, körperlicher
Hormonell: Unregelmäßigkeiten, polyglanduläres Autoimmunsyndrom, Fehlfunktion der Schilddrüsen-Hirnanhangdrüsen-Achse, Leerbleiben, abnormale Läufigkeiten, Pyometra, Scheinschwangerschaft, Hypogonadismus, Spermienfehlbildung, Aspermie, Anöstrus
Einflüsse der Ernährung: Mangel oder Ungleichgewicht an Spurenelementen, Nährstoffen, Vitaminen, chemische Konservierungsmittel, Toxine in Nahrungsmitteln, mit Chemikalien- oder Medikamentenrückständen verunreinigte Nahrungsmittel
Medikamentenunverträglichkeiten: Trimethoprim-sulfas, Ormetoprim sulfa, Nitrofurans, Butazolidin, Phenobarbital, Primidon, Diethylcarbamazine-oxybendazol, Ivermectin, Milbemycin, Oxime
Virusinfektionen mit Parvovirus, Retroviren, Cytomegalovirus, Masern- und Staupeviren, Hepatitisviren
Häufiger oder kürzlicher Einsatz von Lebendimpfstoffen: Parvovirus, Staupe, Hepatitis - Borreliose (Einzel- oder Mehrfachimpfung) Bordetella, Tollwut
Zugrundeliegende oder begleitende Krankheit: Lymphom oder Leukämie (Retrovirusinfektionen), Ausfall des Knochenmarks (wenig rote und weiße Blutkörperchen, Blutplättchen) humorale/zellulare Fehlfunktion des Immunsystems, chronische bakterielle, virale, parasitäre Infektionen, Pilzerkrankungen
Andere Autoimmunerkrankungen: Thyroiditis Typ Hashimoto, Addison Krankheit, rheumatoide Arthritis, Lupus erythematodes, idiopathische, thrombozytopenische Purpura (Werlhof-Krankheit), akute oder chronische hämolytische Anämie, Hepatitis, Diabetes mellitus, Hypogonadismus, Myasthenia gravis, Pemphigus, Vitiligo, Glomerulonephritis, Alopecia, Graves-Krankheit, Unterfunktion der Schilddrüse, Hirnschläge und andere neurologische Manifestationen, Uveitis und andere immunologische Augenkrankheiten

 

Tabelle 2: Klinische Anzeichen vo Schilddrüsenunterfunktion beim Hund

Veränderungen im Zellstoffwechsel: Lethargie, mentale Dumpfheit, Untrainierbarkeit, neurologische Anzeichen, Polyneuropathie, Schlaganfälle, Gewichtszunahme, Kältei ntoleranz, Stimmungwechsel, Übererregbarkeit, verzögertes Wachstum, chronische Infektionen
Neuromuskuläre Probleme: Schwäche, Steiheit, Lähmung der Stimmbänder, Gesichtslähmungen, "tragischer" Ausdruck, durchgetretene oder schlurfende Füße, Muskelabbau, Megaösophagus, schräg Halten des Kopfes, herunterhängende Lider
Hautkrankheiten: Trockene, rissige Haut und Schuppen, rauhes, stumpfes Fell, beidseitiger, symetrischer Haarausfall, "Rattenschwanz"; "Welpenfell", Hyperpigmentation, Seborrhöe oder fettige Haut, Pyodermie oder Hautinfektionen, Myxödem, chronischer, unangenehmer Hautgeruch
Reproduktionskrankheiten: Unfruchtbarkeit, Deckunlust, Hodenatrophie, Hypospermie, Aspermie, verlängerter Interöstrus, Ausbleiben der Läufigkeit, stille Hitze, Scheinschwangerschaft, schwache, sterbende oder totgeborene Welpen
Herz: niedriger Puls (Bradykardie), Herzrhytmusstörungen, Kardiomyopathie
Erkrankungen des Verdauungstraktes: Verstopfung, Durchfall, Erbrechen
Blutkrankheiten: Blutungen, Versagen des Knochenmark, wenige rote Blutkörperchen (Anämie), weiße Blutkörperchen und Blutplättchen
Augenkrankheiten: corneal Lipidablagerungen auf der Hornhaut, Geschwürbildung der Hornhaut, Uveitis, Keratokonjunktivitis sicca oder "trockenes Auge", Infektionen der Tränendrüse, Vogt-Koyanagi-Harada Syndrom
Andere Erkrankungen: IgA Mangel, Verlust des Geruchsinnes (Dysosmie), Verlust des Geschmacksinnes, Glycosurie, chronische oder akute Hepatitis, andere Endokrinopathien der Nebennierenrinde, des Pankreas und der Schilddrüse.

 

Überetzung: Silke Sandberg

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