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Die Geschichte von Ivy League of Rebel's Residence (gew. 30.06.03)
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Bis zum Wochenende vor Weihnachten 2003 war unsere Ivy
immer begierig zu arbeiten und ansonsten ein fröhlicher Junghund.
In keiner Hinsicht unterschied sie sich darin von unseren erwachsenen
Tollern und benahm sich auch sonst wie ein typischer Junghund. Am
Heiligen Abend jedoch winselte sie plötzlich als Robert sie
im Nacken kraulte. Normalerweise reagierte sie nie so. Aber weil
sie kurz zuvor gegen Bordetella geimpft worden war, nahmen wir an,
dass deshalb ihr Nacken empfindlich war. Am darauffolgenden Morgen,
es war Samstag, war sie ruhiger als gewöhnlich und bewegte
sich steif und mit gekrümmtem Rücken. Es sah aus, als
würde sie auf Eier gehen. Da wir beunruhigt waren, maßen
wir ihre Temperatur und es zeigte sich, dass sie 40°C Fieber
hatte. Sie schrie vor Schmerzen, wenn wir ihren Rücken berührten
oder bei bestimmten Bewegungen.
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Ivy
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Glücklicherweise fraß und trank sie wie immer und auch Kot
und Harn sahen normal aus. Da sie ihren Kopf nicht unten halten wollte,
stellten wir ihre Näpfe erhöht. Ansonsten behielten wir sie
im Auge. Ihr körperlicher Zustand wurde weder besser noch verschlechterte
er sich.
Am Montag musste ich wieder zur Arbeit (ich arbeite als Tierarzthelferin)
und einer der Tierärzte untersuchte Ivy. Er bestätigte, dass
von ihrer Wirbelsäule große Schmerzen ausstrahlten, besonders
in der Mitte ihres Rückens. Wir begannen die Behandlung mit einem
Antibiotikum (Clindamicin) und einem Schmerzmittel (Metacam). Metacam
milderte die Schmerzen jedoch nur geringfügig und das Fieber hielt
an. Ihre Temperatur fiel nie unter 40°C. Da es normalerweise einige
Zeit dauert, bis die Wirkung von Medikamtenten voll einsetzt, warteten
wir den Tag ab.
Am Dienstagnachmittag war immer noch keine Verbesserung sichtbar. Deshalb
empfahl der Tierarzt die Verabreichung von Prednisolon. Unter dieser Behandlung
erholte sie sich schnell. Allerdings ist Prednisolon ein ziemlich starkes
Medikament und unterdrückt das Immunsystem, weshalb wir es so kurz
wie möglich verabreichen wollten. Zuerst schien alles gut zu gehen.
Sie hatte zwar leichte Schmerzen und bewegte sich nicht so geschmeidig
wie sonst, aber es war nicht so schlimm wie die Tage zuvor. Ihr Fieber
war verschwunden und wir hatten das Gefühl, dass ihr Zustand sich
verbesserte. Leider nahmen ihre Schmerzen am Sonntag wieder zu und sie
wurde lethargischer. Wieder war ihre Temperatur auf über 40°C
gestiegen. Nach Gesprächen mit den Tierärzten entschieden wir,
ein anderes Antibiotikum (Synolux) ihren aktuellen Medikamenten hinzuzufügen.
Außerdem entschieden wir, Prednisolon für weitere 3 Tage zu
geben. Zum Glück hatte sich ihr Zustand innerhalb eines halben Tages
nach erneuter Prednisolongabe deutlich verbessert. An diesem Tag genoss
sie ihren Knochen und jede Art der Zuwendung, die wir ihr zuteil werden
ließen.
Wie zuvor verursachte ein zweiter Versuch, die Prednisolon-Dosis zu senken,
Ivy mehr Schmerzen. Am 21.Januar 04 gingen wir deshalb zu dem Spezialisten
Erik den Hertog nach Amsterdam. Sobald wir den Raum betraten und Ivy auf
Erik den Hertog zuging, hatte er eine Vermutung, was der Grund für
ihr Leiden sein könnte. Er hörte sich unsere Geschichte an und
untersuchte sie gründlich, was seine Einschätzung bestätigte.
Die Diagnose war steril-eitrige Meningitis (= SRMA oder AM abgekürzt).
D.h. eine Hirnhautentzündung, die nicht durch Viren oder Bakterien,
sondern durch bestimmte Vorgänge im Körper verursacht wird.
AM ist eine Autoimmunerkrankung. Ivys eigener Körper ist verwirrt
und das Immunsystem greift die Hirn- und Rückemmarkshäute an,
was zu einer Entzündung führt. Wir hatten schon befürchtet,
dass Ivy an AM erkrankt sein könnte, allerdings nahmen wir an, dass
sie dann eher Schmerzen im Nacken als im Rücken haben müsste.
Wie uns der Spezialist jedoch erklärte, müsse es nicht in jedem
Fall zu Schmerzen im Nacken kommen. Die Membran kleidet die gesamte Wirbelsäule
aus und die Schmerzen breiten sich deshalb im Rücken samt dem Nacken
aus. Der Spezialist erzählte uns, dass bei Hunden Schmerzen am gesamten
Rücken und dem Nacken auftreten, aber gewöhnlich an bestimmten
Stellen besonders schlimm sind. Ivys Schmerzen waren hauptsächlich
im mittleren Rückenbereich lokalisiert. Glücklicherweise sei
das eine Krankheit, die normalerweise im Lauf der Zeit verschwindet. Allerdings
ist eine medikamentöse Behandlung notwendig für eine vollständige
Ausheilung.
Ungeachtet davon war es für uns eine große Erleichterung zu
erfahren, dass es sich dabei mit sehr großer Wahrscheinlich um keinen
dauerhaften Defekt handelt. Nichts desto trotz werden wir mit der Gabe
von Medikamenten fortfahren müssen. Indem wir das Medikament schrittweise
ausschleichen, werden wir herausfinden, wann sie wieder vollständig
von AM genesen ist. Falls die Schmerzen zurückkehren, muss die Behandlung
wieder mit der vollen Dosis fortgesetzt werden. Später kann die Dosis
wieder reduziert werden.
Es kann sein, dass die Symptome für einige Zeit verschwinden, um
dann jedoch wieder zu kehren. Auch in diesem Fall müssen wir die
Behandlung mit Prednisolon erneut beginnen wie oben beschrieben. Das bedeutet
aber auch, dass, solange Ivy mit Prednisolon behandelt wird, wir mit ihr
kein intensives körperliches Training durchführen können.
Hundesport ist mit Ivy nur erlaubt, wenn sie vollständig von AM genesen
ist. Wir müssen eben geduldig sein. Außerdem wird sie nach
ihrer Genesung, sobald es ihr Zustand erlaubt, kastriert werden. Zuallerst
deshalb, weil wir es nicht für klug halten, wenn Ivy Nachkommen haben
sollte.
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Diese Entscheidung wird auch von Erik den Hertog unterstützt,
der nicht bestimmen kann, ob es sich bei AM um eine Erbkrankheit
handelt oder nicht. Um dies zu untersuchen, müsste eine groß
angelegte Untersuchung der Vererbung durchgeführt werden. Wir
gehen davon aus, dass die AM von Ivy erblich ist, zumal wir erfahren
haben, dass bei mehreren Geschwistern dieselbe Erkrankung diagnostiziert
wurde. Darüber hinaus halten wir es für klug, unseren
Rüden Connor
(Paragon Connor of Rebel's Residence) kastrieren zu lassen. Außerdem
haben wir all unseren Welpenkäufern geraten, ihre Toller von
der Zucht auszuschließen. Das Allerwichtigste ist jedoch für
uns, dass Ivys Gsundheit wieder vollständig hergestellt wird
und dass sie ein glückliches Toller-Leben führen kann.
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Connor
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Wir hoffen, dass Ivys Geschichte anderen Tollerbesitzern hilft, die Symptome
von AM in einem frühen Stadium zu erkennen.
Fortsetzung
Am Freitag, dem 23.Januar 2004, versuchten wir das erste Mal nach unserem
Besuch beim Spezialisten die Dosis an Prednisolon zu reduzieren. Am ersten
Tag ohne Prednisolon schien es ihr gut zu gehen. Am nächsten Tag
ging es ihr jedoch wieder miserabel. Sie hatte Fieber (39,9°C) und
wir begannen sofort wieder mit der Behandlung. Wir nahmen an, dass 2 Tabletten
ausreichend wären, denn die Woche zuvor war diese Dosis ausreichend
gewesen. Am Sonntagmorgen hatte sich ihr Zustand verschlimmert. Die Temperatur
war auf 40,2°C gestiegen und sie verweigerte das Fressen. Nach 2 Tabletten
Prednisolon schien sie sich zu erholen. Nie hätten wir erwartet,
dass die Symptome bei dieser Dosierung zurückkehren würden.
Selbst am Montag war sie noch nicht wieder ganz gesund. Der Tierarzt empfahl
uns ihr am Abend eine zusätzliche Tablette zu geben. Zur Zeit erhält
sie 2 Tabletten morgens und eine am Abend.
Am Dienstagmorgen sah sie wieder gesund aus. Deshalb blieben wir bei der
verabreichten Dosis. Da wir vermuteten, dass wir das letzte Mal die Medikamentendosis
zu schnell verringerten, fragten wir Erik den Hertog per Email nach seinen
Erfahrungen mit dem schrittweisen Ausschleichen von Prednisolon bei anderen
Tollern mit AM. Seine Antwort war folgende:
Im Allgemeinen ist es ratsam eine Dosis von 1 mg Prednisolon pro kg
Lebendgewicht (entspricht 2 Tabletten) für mindestens 6 Wochen beizubehalten
und nur dann zu reduzieren, wenn es dem Hund gut geht. Falls die Symptome
zurückkehren, ist es ratsam, die Dosis für die ersten Tage auf
2 mg pro kg Lebendgewicht anzuheben. Steril-eitrige Meningitis kommt häufig
zurück. Üblicherweise verschwinden die Symptome vollständig,
wenn der Hund 2 Jahre alt ist.
Aufgrund dieser Email werden wir in ein paar Tagen versuchen, die Tablette,
die wir Ivy am Abend geben, wegzulassen. Wir werden dann eine Dosis von
2 Tabletten Prednisolon pro Tag für mindestens weitere 6 Wochen beibehalten
und erst danach versuchen, die Dosis weiter zu verringern.
Marphy van Hoof (Kennel 'of
Rebel's Residence', Niederlande)
!!WICHTIG!!
Janine
Redman hat SRMA bei Tollern in Großbritannien untersucht und
die Tierärztliche Hochschule von Cambridge versucht nun heraus zu
finden, ob es eine genetische Disposition für diese Erkankung gibt.
Dazu gibt es einen Fragebogen,
den Besitzer von an SRMA erkrankten Tollern ausfüllen können,
um so die Forschungen zu unterstützen. Bitte den auf Englisch ausgefüllten
Fragebogen als Dateianhang an Janine Redman schicken;
e-mail: janineredman@FORESTLODGEVETS.CO.UK
Zum besseren Verständnis können Sie hier
den Fragebogen mit einer deutschen Übersetzung der Fragen herunter
laden.
Weitere Informationen zu Meningitis:
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