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Anfänge der Zucht* |
Der nächste Meilenstein in der Geschichte des Tollers ist unlösbar mit Colonel Cyril Colwell verbunden. Als junger Mann sah er seinen ersten Toller und war fortan so fasziniert von der Rasse, dass er in den nächsten 40 Jahren einen Teil seines Lebens den Retrievern seiner Heimat Nova Scotia widmete. Über viele Jahre hinweg war er bemüht, immer besser Hunde zu züchten und führte genaue Aufzeichnungen darüber. Er liebte seine Hunde und wollte anderen zeigen, wie wunderbar sie sind. Darüber hinausgehend war es sein Ziel, mehr über den Ursprung der Rasse zu erfahren und schließlich die Anerkennung des Tollers als Rassehund durch den Canadian Kennel Club (CKC) zu erlangen. 1945 wurden seine unermüdlichen Bemühungen
belohnt - in einem Brief vom 21. März informierte ihn der Sekretär
des CKC (Canadian
Kennel Club), "dass nach Durchsicht der eingesandten Unterlagen
die Rasse Tolling Retriever' der Liste der vom Canadian Kennel Club
anerkannten Rassen hinzugefügt wird". Es kam zur Registrierung
der ersten 15 Nova Scotia Duck Tolling Retriever - aus dem kleinen, roten
Jagdgehilfen der Acadier war ein anerkannter Rassehund geworden. Die heutige Erfolgsgeschichte des Tollers begann mit der erneuten Registrierung von Tolling Retrievern Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre des 20.Jahrhunderts und ist auf's Engste mit Hettie Bidewell's Chin-Peek-Zucht und der Geschichte von Avery und Erna Nickersons Harbourlight Kennels verknüpft. Hettie Bidewell hatte im Dezember 1951 einen Artikel über die Toller von Familie Armstrong aus Bellneck im Time Magazine gelesen und daraufhin mit zwei Hunden von dort, Flip und Lady, ihre Zucht begonnen.
Nachfahren dieser Hunde waren die ersten Toller, die nach Col. Colwells berühmten 15 Tollern registriert wurden. Viele Chin-Peek-Toller waren klein und von heller Farbe oder Buff, häufig mit übermäßig viel Weiß. Aber ein Großteil der Hunde hatte eine gute Knochenstärke und war von korrekter Größe, Typ und Farbe. Avery und Erna Nickersons Zucht begann mit Tollern, die sie von Züchtern in Comeau's Hill und Little River Harbour im Süden Nova Scotias kauften. Zuerst fiel bei ihnen nur hin und wieder ein Wurf für den eigenen Bedarf als Helfer bei der Jagd. Aber in den frühen Sechzigern beschlossen die beiden, sich um eine Registrierung für ihre Hunde zu bemühen. Ihre erste registrierte Hündin war Cindy (Harbourlight's Autumn Cinderella) und Champ (Gem of Green Meadows) ihr erster registrierter Zuchtrüde. Diese beiden Hunde sollten die berühmte Harbourlight's-Zucht begründen.
Die Nickersons entwickelten Toller, die hübsch, beherzt und intelligent
waren und aufgrund der Leidenschaft von Avery für die Entenjagd auch
ausgezeichnete jagdliche Eigenschaften besaßen. Ihr Ziel war ein
kleiner, kompakter und kräftiger Hund mit weißen Markierungen
an Gesicht, Brust, Pfoten und Schwanz. Allerdings waren die Harbourlight-Toller,
die in ihrer Größe dem Standard von 1945 entsprachen, häufig
größer als die im Landesinneren an Seen oder kleinen Flüssen
beheimatete kleinere Varietät.
Er tauschte auch Hunde mit Hettie Bidewell aus, und die später als Chin-Peek-Schubendorf-Linie bezeichneten Hunde zeichneten sich durch ein angenehmes Temperament aus und dadurch, dass sie leicht auszubilden waren. Sein Ziel waren kleine, fuchsartige Hunde von ca. 20 kg und er war der Meinung, dass derjenige, der einen größeren Hund haben wolle, sich einen Labrador, Chesapeake Bay oder Golden Retriever anschaffen solle. Verfolgt man die Stammbäume aller heute lebenden Toller bis zu den Anfängen der offiziellen Tollerzucht zurück, wird man erstaunt feststellen können, dass man innnerhalb von nur wenigen Generationen bei diesen ersten Tollern anlangt. An der Entstehung der Rasse waren somit nur folgende 5 Hunde beteiligt: Bidewell's Flip Seit dem Ende der 60er Jahren kam es in Kanada zu einem raschen Wachstum
der Tollerpopulation und im Juni 1974 erfolgte die Gründung des kanadischen
Tollerclubs (NSDTR
Club of Canada). Tollerliebhaber entdeckten schnell, dass die apportierenden
Lockhunde noch viel mehr zu bieten hatten als ihre Fähigkeiten als
Helfer bei der Entenjagd. Ob im Obedience, Agility oder Flyball - in all
diesen Hundesportbereichen konnten Toller ihre gute Ausbildbarkeit, Intelligenz
und ihren Arbeitswillen beweisen und es dauerte nicht lange, bis die ersten
Championtitel an Toller vergeben werden konnten. Große Erfolge,
wie z.B. Best-in-Show-Titel, konnten auch im Ausstellungswesen verzeichnet
werden. Trotzdem legte damals wie heute ein Großteil der kanadischen
Züchter viel Wert auf den Erhalt der jagdlichen Fähigkeiten
in ihren Zuchtlinien, was viele bestandene jagdliche Prüfungen bis
in die höchsten Klassen beweisen.
Links: Artikel von HAP Smith (John Norris Website)
* Der Text basiert auf den Büchern "The Nova Scotia Duck Tolling Retriever" von Alison Strang und Gail MacMillan und "A Breed Apart" von Gail MacMillan. |